Muhr am See, röm.-kath. Filialkirche St. Walburga

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St. Walburga, Muhr am See

Altenmuhr war bis zum Zweiten Weltkrieg eine fast rein evang.-luth. Gemeinde, die 1939 781 Einwohner zählte. Bis 1950 war ihre Zahl auf 1281 angewachsen mit 343 Heimatvertriebenen (davon 178 Sudetendeutsche, die fast alle katholisch waren, und 103 Schlesiern u. v. a.). In Neuenmuhr kamen zu den 254 fast ausschließlich evang.-luth. Vorkriegseinwohnern 89 Vertriebene, die zum größten Teil katholisch waren, hinzu. So wuchs der Wunsch, für diese große Zahl an Katholiken ein eigenes Gotteshaus zu errichten. Denn sowohl in Altenmuhr bestand bereits seit dem 13. Jahrhundert die St.-Johannes-Kirche und in Neuenmuhr die kurz vor dem Dreißigjährigen Krieg errichtete St.-Jakobus-Kirche - beide als evangelische Gotteshäuser. Aber erst 1958 konnte hier eine katholische Kirche in Altenmuhr eingeweiht werden. Sie liegt an der Stadelner Straße - damit recht zentral - und fasst 170 Personen. Als Patrozinium wählte man die Eichstätter Bistumsheilige St. Walburga als Zeichen, dass man auch als Heimatvertriebener "hier angekommen" war.

Der wuchtige Turm mit dem Zeltdach passt sich gut an den Stil der vielen Wehrkirchen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen an. Das Kircheninnere hielt der Architekt Hans Meier bewusst schlicht, so fehlt die Apsis, und der wuchtige Altar beherrscht den Raum. Die gewölbte Decke ist holzverkleidet. Kanzel und Lesepult sind nur wenig höher als die Gemeindebänke. 1963 kam endlich auch das Geläut hinzu. 1966 fertigte Resl Elfinger das textile Wandbild mit dem verklärten Christus in der Mandorla an, das in den Farben Dunkelblau, Weiß und Rot die Altarwand beherrscht.

Quellen

  • BEIER, Ulf und MÜLLER, Herbert: Denk mal - Gedenkstätten und Gebäude im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen mit Bezug zur Heimat der Deutshcen im Osten und deren Vertreibung 1945/46, Weißenburg 2009, S. 43
  • SCHRENK, Johann und ZINK, Friedrich: GottesHäuser, Kirchenführer Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, Treuchtlingen 2008, S. 138
  • 12-Uhr-Läuten in »Bayern 1<< am 22.02.2009
  • v. Le Suire, Julia: Die Gemeinde Muhr am See während der Nachkriegszeit (Facharbeit am Gymnasium Gunzenhausen 2002), S. 15