Stadtmauer Weißenburg, Veränderungen im 19. Jahrhundert: Unterschied zwischen den Versionen

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Im Jahre 1822 war die Weißenburger Stadtmauer noch vollständig erhalten und war knapp 2 km lang. Zu dieser Befestigungsanlage gehörten:
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die Weißenburger Stadtmauer im Jahre 1821
 
 
 
 
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1874 brach man das Obere Tor und 1878 das Frauentor ab. Nach 1891 schuf man noch einen zweiten Zugang zur Stadt von Süden her über den sog. Knepperlesbuck. Mit dieser Baumaßnahme wurde der westliche Teil des Seeweihers zugefüllt und der dahinter liegende Abschnitt der Stadtmauer mit einem Turm abgebrochen.
 
1874 brach man das Obere Tor und 1878 das Frauentor ab. Nach 1891 schuf man noch einen zweiten Zugang zur Stadt von Süden her über den sog. Knepperlesbuck. Mit dieser Baumaßnahme wurde der westliche Teil des Seeweihers zugefüllt und der dahinter liegende Abschnitt der Stadtmauer mit einem Turm abgebrochen.
  
Übersicht über die Eingriffe im 19. Jahrhundert
 
  
Bauliche Veränderungen an der Stadtmauer im 19. Jahrhundert
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'''Übersicht über die Eingriffe im 19. Jahrhundert'''
  
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Nr. 6 und 7 (beide am Busbahnhof)
 
Nr. 6 und 7 (beide am Busbahnhof)
  
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Nr. 25 (am ehem. Frauentor)[[Datei:Wßbg._Obertor.jpg|miniatur|Das obere Tor in Weißenburg zu Beginn des 19. Jahrhunderts]]
 
 
Das obere Tor in Weißenburg zu Beginn des 19. Jahrhunderts
 
  
 
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Etwa 35% der Stadtmauer wurden abgetragen.
 
Etwa 35% der Stadtmauer wurden abgetragen.
  
Handschriftliche Quellen zum Abbruch von Stadtmauerpartien
 
  
Aus der Chronik eines unbekannten Weißenburgers aus dem 19. Jahrhundert:[1]
 
  
"1858 im November wurde angefangen am Spitalweiher (heute Grünanlage an der Unteren Stadtmühlgasse) einzufüllen und auch der Wasserkanal gegen die Mühle (= Untere Stadtmühle, heute evang. Altenheim St. Andreas) hergestellt.
 
  
1864 im Sommer wurde ein großes $tück Stadtmauer am sogenannten Schröcker eingerissen und hiezu der Fellersche Graben um 5000 FL (= Gulden) zum Einfüllen gekauft, wo auch schon im Herbst darüber spaziert werden konnte.
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'''Handschriftliche Quellen zum Abbruch von Stadtmauerpartien'''
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'''''Aus der Chronik eines unbekannten Weißenburgers  aus dem 19. Jahrhundert:'''''<ref>Aufzeichnungen im Privatbesitz von W. Neumann, Weißenburg</ref>
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"1858  im November wurde angefangen am Spitalweiher ''(heute Grünanlage an der Unteren Stadtmühlgasse)'' einzufüllen und auch der Wasserkanal gegen die Mühle ''(= Untere Stadtmühle, heute evang. Altenheim St. Andreas)'' hergestellt.
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1864 im Sommer wurde ein großes $tück Stadtmauer am sogenannten Schröcker eingerissen und hiezu der Fellersche Graben um 5000 FL (= ''Gulden)'' zum Einfüllen gekauft, wo auch schon im Herbst darüber spaziert werden konnte.
  
 
1867 im Herbst und Anfang 1868 wurde die Stadtmauer hinter der großen Kirche abgebrochen, um das sogenannte Entenweiherlein einzufüllen, wozu auch Meßners Garten verwendet wurde. In demselben fand man die Mauern einer sehr alten Capel1e wie auch ein großes Gewölbe, worin mehrere 100 Toden Schädel und eine große Menge Menschenknochen, welche sehr fleißig aufeinandergeschichtet waren; solche wurden auch mit eingefüllt, auch fand man einen Stein mit Jahrzahl und dgl. Heiligenbilder in Stein.
 
1867 im Herbst und Anfang 1868 wurde die Stadtmauer hinter der großen Kirche abgebrochen, um das sogenannte Entenweiherlein einzufüllen, wozu auch Meßners Garten verwendet wurde. In demselben fand man die Mauern einer sehr alten Capel1e wie auch ein großes Gewölbe, worin mehrere 100 Toden Schädel und eine große Menge Menschenknochen, welche sehr fleißig aufeinandergeschichtet waren; solche wurden auch mit eingefüllt, auch fand man einen Stein mit Jahrzahl und dgl. Heiligenbilder in Stein.
  
1867 im Frühling … Zu der Bahn in der Weißenburger Flurgemarkung brachte unser Magistrat große Opfer. Vom Bahnhof kommt die Hauptstraße über die Schanz herein, weil es der geradeste und bequemste Weg ist, worüber aber die Städter sehr ungehalten sind. Ein Städter erlaubte sich sogar den Ausdruck, warum man das tut, daß die Straße in die Vorstadt kommt, wo doch daselbst nichts als lauter Bauern und Säutreiber wohnen. Dieser Ausspruch sol1 von einem, welcher erst einige Jahre eingebürgert wurde, ausgesprochen worden sein."
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1867 im Frühling … Zu der Bahn in der Weißenburger Flurgemarkung brachte unser Magistrat große Opfer.
 
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Vom Bahnhof kommt die Hauptstraße über die Schanz herein, weil es der geradeste und bequemste Weg ist, worüber aber die Städter sehr ungehalten sind. Ein Städter erlaubte sich sogar den Ausdruck, warum man das tut, daß die Straße in die Vorstadt kommt, wo doch daselbst nichts als lauter Bauern und Säutreiber wohnen. Dieser Ausspruch sol1 von einem, welcher erst einige Jahre eingebürgert wurde, ausgesprochen worden sein."
Aus den Kirchenbauakten im Diözesanarchiv Eichstätt:
 
  
1868 im März: Rudolph Pflaumer bot sein Anwesen Hs.Nr. 163 auf der Rossmühle (heute Brauerei Sigwart) Bischof Leonrod von Eichstätt als Bauplatz für eine katholische Kirche zum Kauf an.
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'''''Aus den Kirchenbauakten im Diözesanarchiv Eichstätt:'''''
  
Text nach NEUMANN, Werner: Bauliche Veränderungen an der Stadtmauer Weißenburgs im 19. Jahrhundert; Manuskript, Staatliche Realschule Weißenburg 1989; Bearbeitung: Ulf BEIER
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1868 im März: Rudolph Pflaumer bot sein Anwesen Hs.Nr. 163 auf der Rossmühle ''(heute Brauerei Sigwart)'' Bischof Leonrod von Eichstätt als Bauplatz für eine katholische Kirche zum Kauf an.
  
Fußnoten
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Text nach NEUMANN, Werner: Bauliche Veränderungen an der Stadtmauer Weißenburgs im 19. Jahrhundert; Manuskript, Staatliche Realschule Weißenburg 1989; Bearbeitung: Ulf BEIER   
  
↑ Aufzeichnungen im Privatbesitz von W. Neumann, Weißenburg
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Version vom 5. Juli 2014, 17:58 Uhr

Im Jahre 1822 war die Weißenburger Stadtmauer noch vollständig erhalten und war knapp 2 km lang. Zu dieser Befestigungsanlage gehörten

Die Weißenburger Stadtmauer im Jahre 1821

39 Türme (37 quadratische und 2 runde Türme) und

3 Tore: das Ellinger Tor im Norden, das Obere Tor (Wülzburger Tor, Eichstätter Tor) im Osten und das Frauentor im Süden.

Im westlichen Bereich der Stadtmauer gab es kein Tor. Das Spitaltor war das südliche Tor des ersten Mauerringes.

Erste Eingriffe erfolgten ab 1823 im nördlichen Abschnitt der Stadtmauer "Auf dem Schrecker". Dabei wurde ein großer, runder Turm abgebrochen. Zwischen 1864 und l898 wurde die Stadtmauer, die hier einen Zwinger besaß, im Bereich der Rossmühle bis zum Obertor zum größten Teil abgetragen und der Graben wurde teilweise mit dem angefallenen Bauschutt aufgefüllt.

Im Westen wurde die Stadtmauer in den Jahren 1867 und 1868 an zwei Stellen (Auf der Schanz und an der St.-Andreas-Kirche) geöffnet.

Durch diese Maßnahmen sollte eine Verbindung zum neuen Bahnhof (vollendet 1869) hergestellt werden. Der Graben wurde hier ebenfalls mit dem anfallenden Material eingeebnet.

1874 brach man das Obere Tor und 1878 das Frauentor ab. Nach 1891 schuf man noch einen zweiten Zugang zur Stadt von Süden her über den sog. Knepperlesbuck. Mit dieser Baumaßnahme wurde der westliche Teil des Seeweihers zugefüllt und der dahinter liegende Abschnitt der Stadtmauer mit einem Turm abgebrochen.


Übersicht über die Eingriffe im 19. Jahrhundert

Bauliche Veränderungen an der Stadtmauer im 19. Jahrhundert

2 Tore wurden (Obertor und Frauentor) wurden abgebrochen

4 Türme wurden abgerissen:

Nr. 4 (ein großer, runder Turm am Schrecker)

Nr. 16 (am Knepperlesbuck)

Nr. 29 und Nr. 30 (beide Auf der Schanz)

4 Türme wurden umgebaut und bekamen anstatt der Zeltdächer Sattel- oder Walmdächer:

Nr. 1 (Am Ellinger Tor; Treffpunkt des Klubs "Jugoslovena 76")

Nr. 6 und 7 (beide am Busbahnhof)

Nr. 25 (am ehem. Frauentor)
Das obere Tor in Weißenburg zu Beginn des 19. Jahrhunderts

10% der der Türme wurden abgebrochen, weitere

10% wurden baulich verändert.

Etwa 35% der Stadtmauer wurden abgetragen.



Handschriftliche Quellen zum Abbruch von Stadtmauerpartien

Aus der Chronik eines unbekannten Weißenburgers aus dem 19. Jahrhundert:[1]

"1858 im November wurde angefangen am Spitalweiher (heute Grünanlage an der Unteren Stadtmühlgasse) einzufüllen und auch der Wasserkanal gegen die Mühle (= Untere Stadtmühle, heute evang. Altenheim St. Andreas) hergestellt.

1864 im Sommer wurde ein großes $tück Stadtmauer am sogenannten Schröcker eingerissen und hiezu der Fellersche Graben um 5000 FL (= Gulden) zum Einfüllen gekauft, wo auch schon im Herbst darüber spaziert werden konnte.

1867 im Herbst und Anfang 1868 wurde die Stadtmauer hinter der großen Kirche abgebrochen, um das sogenannte Entenweiherlein einzufüllen, wozu auch Meßners Garten verwendet wurde. In demselben fand man die Mauern einer sehr alten Capel1e wie auch ein großes Gewölbe, worin mehrere 100 Toden Schädel und eine große Menge Menschenknochen, welche sehr fleißig aufeinandergeschichtet waren; solche wurden auch mit eingefüllt, auch fand man einen Stein mit Jahrzahl und dgl. Heiligenbilder in Stein.

1867 im Frühling … Zu der Bahn in der Weißenburger Flurgemarkung brachte unser Magistrat große Opfer. Vom Bahnhof kommt die Hauptstraße über die Schanz herein, weil es der geradeste und bequemste Weg ist, worüber aber die Städter sehr ungehalten sind. Ein Städter erlaubte sich sogar den Ausdruck, warum man das tut, daß die Straße in die Vorstadt kommt, wo doch daselbst nichts als lauter Bauern und Säutreiber wohnen. Dieser Ausspruch sol1 von einem, welcher erst einige Jahre eingebürgert wurde, ausgesprochen worden sein."

Aus den Kirchenbauakten im Diözesanarchiv Eichstätt:

1868 im März: Rudolph Pflaumer bot sein Anwesen Hs.Nr. 163 auf der Rossmühle (heute Brauerei Sigwart) Bischof Leonrod von Eichstätt als Bauplatz für eine katholische Kirche zum Kauf an.

Text nach NEUMANN, Werner: Bauliche Veränderungen an der Stadtmauer Weißenburgs im 19. Jahrhundert; Manuskript, Staatliche Realschule Weißenburg 1989; Bearbeitung: Ulf BEIER

Fußnoten

  1. Aufzeichnungen im Privatbesitz von W. Neumann, Weißenburg