Friedrich Traber

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Friedrich Traber (* 4. August 1882 in Heidelberg, † 6. Dezember 1972 in Weißenburg) war der erste Bürgermeister in Weißenburg nach dem Zweiten Weltkrieg.

Nach dem Abschluss der Realschule in München und der Ableistung des Militärdienstes erlernte er den Beruf eines Drogisten. 1910 zog er nach Weißenburg und eröffnete zunächst in der Obertorstraße eine Drogerie. 1928 erwarb er das Gebäude der heutigen Volksbank in der Obertorstraße und eröffnete dort erneut eine Drogerie.

Politische Tätigkeit

Im Jahr 1933 trat er bei den Kommunalwahlen für die Bayerische Volkspartei an und wurde in den Weißenburger Stadtrat gewählt. Kurz darauf wurde er durch die Nationalsozialisten in Haft genommen, weil er nicht auf ihrer Linie lag.

Traber war während der NS-Herrschaft kein NSDAP-Mitglied und besaß bei Kriegsende das Wohlwollen der katholischen Geistlichkeit. Deshalb wurde er nach dem Ende des zweiten Weltkrieges durch die damalige amerikanische Militärregierung zum kommissarischen Bürgermeister ernannt, da er als unbelastet galt. Dies geschah am 6. Mai 1945, als Major Bailey 45 Weißenburger zu einer Bürgerversammlung in den Wittelsbacher Hof geladen hatte, die ihm einen Kandidaten zum Bürgermeister und einen Landrat vorschlagen sollten. Diese Versammlung schlug mehrheitlich Traber als Bürgermeister vor, der dann zum 1. Bürgermeister ernannt wurde. Auf entsprechendem Druck der amerikanischen Militärregierung hatte er in dieser Funktion immer wieder unpopuläre Maßnahmen durchzusetzen, was verständlicherweise nicht einfach für ihn war.

Bereits vor der ersten Stadtratswahl nach dem Zweiten Weltkrieg war Traber maßgeblich an der Gründung des Stadtverbandes der Weißenburger CSU beteiligt, zu dessen ersten Vorsitzender er gewählt wurde.

Bei der ersten Stadtratswahl am 27. Januar 1946 erhielt die CDU zehn Sitze, die SPD vier und die KPD einen Sitz. Der neue Stadtrat wählte dann am 8. Februar Fritz Traber zum ehrenamtlichen Bürgermeister der Stadt. Dies erfolgte damals nicht im Rahmen der Gemeindewahl durch den Wähler, sondern nach den damaligen Regularien durch den gewählten Weißenburger Stadtrat. Das Amt des ehrenamtlichen Bürgermeisters bekleidete er bis 1948.

2. Bürgermeister und Leiter des damals so wichtigen Wohnungsamtes wurde der Maler Hans Weislein, Kommunist und ehemaliger Häftling des Konzentrationslagers Dachau.[1]

Fußnoten

  1. Alle Angaben nach: Rudolf Schneider: Weißenburger G'schichten. Weißenburger Heimatbücher Bd. 7. S. 141 ff.