Fachwerkbauten in Weißenburg - Veränderungen im 20. Jahrhundert

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Nachhaltige Veränderungen an Fachwerkbauten im 20. Jahrhundert

Am Hof 15

Im nachfolgenden Text liegt die Betrachtung auf den Fassaden, da dem Durchschnittsbürger ein Zugang ins Innere der meisten Gebäude nicht möglich ist. Trotzdem soll ihm ein Wegweiser an die Hand gegeben werden, Typisches an Weißenburger Fachwerkhäusern zu erkennen. Sowenig wie bei den Artikeln in Wugwiki über die einzelnen Baustile in Weißenburg ist hier eine Vollständigkeit der Objekte angestrebt, sondern vielmehr sollen einige typische Beispiele aufgezeigt und kurz erklärt werden. Nähere Einzelheiten sind vor allem in den unten angegebenen Quellen bei HÄFFNER und KIESSLING zu finden.

Umnutzungen

Eine Umnutzung eines Fachwerkhauses liegt z. B. beim Rückgebäude Am Hof 15 vor. Hier wurde 1983/85 ein aus dem frühen 18. Jahrhundert stammender Hopfenstadel entkernt, selbst die Gefachung erneuert, und in das alte Gebäude wurden moderne Wohnungen und eine Geschäftspassage eingebaut. Im kleinen Innenhof wurde nach Abschluss der Sanierungsmaßnahmen die etwa 150 cm hohe Plastik "Bürgerpaar" von Andreas Teuchert aufgestellt.

Ein gelungenes Beispiel für eine Totalsanierung und Umnutzung ist auch die "Bärenscheune", Marktplatz 19. Der ehem. Stadel, der zur Gaststätte "Schwarzer Bär" gehörte, wurde umfassend saniert und im Inneren umgebaut und nach Süden angebaut (Abschluss 1995). Das Äußere des Gebäudes blieb praktisch unverändert. Seit dem ist es Teil der Stadtverwaltung.

Veränderungen gemauerter Untergeschosse

Der Südflügel des Landratsamtes in der Friedrich-Ebert-Str. 18 wurde verändert. Im frühen 20. Jahrhundert hat man zunächst das Fachwerk freigelegt. 1976 wurde dann das alte Gebäude abgebrochen und das Untergeschoss mit einer etwas höheren Geschosshöhe neu errichtet und dabei gleich ein Durchgang zum dahinter liegenden Neubau von 1966 geschaffen. Das Obergeschoss mit dem alten Fachwerk in unveränderter Farbgestaltung ist heute ein Saal.

In den späten 1980er Jahren wurde das Haus Bahnhofstraße 1 abgebrochen (Gaststätte "Zum Pyraser") und durch einen Neubau ersetzt. Dabei hat man statt der niedrigen Räume von früher deutlich höhere Geschosse errichtet und einen Personenaufzug eingebaut. Die Anzahl von fünf Fenstern im 1. Stock hat man jedoch beibehalten, auch wenn sie größer sind. Auf diesen zweigeschossigen Bau hat man dann wieder den alten Fachwerkgiebel gesetzt, aber mit neuer farblicher Gestaltung sowohl des Fachwerks als auch der Mauern. Der neue westliche Flügel des Gebäudes ist wesentlich höher als der frühere und aus dem ehemaligen westlichen Querhaus mit Walmdach zur Frauentorstraße hin ist ein spitzgiebeliges geworden, das aber in etwa die gleiche Höhe hat wie das alte.

Siehe auch

Quellen

  • BEIER, Ulf: Von der Höll- zur Paradeisgasse, Straßen- und Wohnstättennamen in Weißenburg, 2. Auflage, Weißenburg 2000
  • HÄFFNER, Hans-Heinrich: Das Weißenburger Bürgerhaus - seine Entwicklung vom Spätmittelalter bis ins 18. Jahrhundert, in: Denkmäler in Bayern, Band V.70/2 Stadt Weißenburg i. Bay., München 2001, ISBN 3-87490-582-9
  • KIESSLING, Gotthard: Denkmäler in Bayern, Band V.70/2 Stadt Weißenburg i. Bay., München 2001, ISBN 3-87490-582-9