Alte Lateinschule: Unterschied zwischen den Versionen

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Die '''Alte Lateinschule''' in [[Weißenburg]] ist ein Gebäude auf dem [[Martin-Luther-Platz]]. Das Haus steht gegenüber der [[St. Andreas-Kirche]].  
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== Gebäude ==
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Die '''Alte Lateinschule''' in [[Weißenburg]] ist ein stattliches zweigeschossiges Gebäude am [[Martin-Luther-Platz]] 9 gegenüber der [[St.-Andreas-Kirche]]. Es hat in den 1930er Jahren wieder freigelegtes Fachwerk ab dem 1. Stock und dem zweifach vorkragenden Ostgiebel mit versuchter Wiederherstellung der Renaissancefarbgebung (gelbes Fachwerk mit dunkelroten Schattenfugen). Der historische Eingang ist auf der Nordseite. Dort entdeckt man auch eine deutsche und lateinische Gedenktafel. Im Erdgeschoss befanden sich die zwei Unterrichtsräume, im Obergeschoss die Lehrerwohnung. Zu größeren Veränderungen kam es im Zusammenhang mit dem Neubau des sich anschließenden Gemeindehauses 1988/89. Das Gebäude gehört mit zu den bedeutendsten Fachwerkhäusern Weißenburgs.
  
 
== Geschichte ==
 
== Geschichte ==
Das Gebäude wurde 1580/1581 anstelle der vorher dort befindlichen Katharinenkapelle<ref>[http://www.weissenburg.de/sehenswertes/alte_lateinschule-3072/ weissenburg.de, Alte Lateinschule]</ref> erbaut und als Lateinschule genutzt. Diese Schule war 1536 gegründet worden und wurde durch ihren Rektor [[Johann Alexander Döderlein]] bekannt, der ab 1703 40 Jahre lang dort tätig war. Von 1806 bis 1896 wurde das Gebäude nicht mehr benutzt. Danach wurde bis 1899 sowie con 1908 bis 1925 die [[Stadtbibliothek]] mit ca. 5.000 Büchern dort untergebracht.
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Von 1337 gibt es bereits einen Beleg über einen Schulmeister in Weißenburg, der wahrscheinlich an einer vom Rat beaufsichtigten Pfarrschule tätig war, die in der Folgezeit zu einer Lateinschule ausgebaut wurde. Das heutige Gebäude wurde 1580/1581 anstelle der vorher dort befindlichen Katharinenkapelle<ref>[http://www.weissenburg.de/sehenswertes/alte_lateinschule-3072/ weissenburg.de, Alte Lateinschule]</ref> auf dem aufgelassenen Friedhof erbaut und als Lateinschule genutzt. Diese Schule war 1536 gegründet worden. Den Anstoß dazu mag vielleicht Philipp-Melanchthon gegeben haben, der zweimal in Weißenburg war (1530). Die Lateinschule genoss überregional hohes Ansehen und wurde um 1600 in den Rang eines Lyzeums aufgewertet. Sie wurde auch durch ihren Rektor Magister [[Johann Alexander Döderlein]] bekannt, der von 1702 bis 1745 dort tätig war und unter anderem 50 Veröffentlichungen erstellte. Ein bekannter Schüler war [https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Christoph_Sturm Johann Christoph Sturm], der die Schule im 17. Jahrhundert besuchte. Viele Namen von Absolventen sind bekannt, die an den Universitäten in Prag, Heidelberg, Wien usw. studiert haben. 1807 wechselte die Lateinschule in die 1806 erstellte, daneben liegende Neue Lateinschule - allerdings als rangniedrigere Schule - , die heute ein Pfarrerwohnhaus ist. Ab 1806 wurde das Gebäude der Alten Lateinschule für verschiedene Zwecke genutzt, unter anderem bis 1899 sowie von 1908 bis 1925 als [[Stadtbibliothek]], in der ca. 5.000 Bücher untergebracht waren, danach bis heute auch als Mesnerhaus.
  
Von 1977 bis 1978 wurde die Alte Lateinschule restauriert.<ref>''Weißenburg : gestern und heute'', [[Ute Jäger]]; Johannes Hahn, Leipzig 2001, ISBN 3-934572-13-8, S.9</ref> Sie ist Eigentum der [[Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde St. Andreas|Evangelisch-Luterischen Kirchengemeinde]].
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1977/78 wurde die Alte Lateinschule restauriert.<ref>''Weißenburg : gestern und heute'', [[Ute Jäger]]; Johannes Hahn, Leipzig 2001, ISBN 3-934572-13-8, S. 9</ref> Sie ist Eigentum der [[Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde St. Andreas|Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde]] und dient heute sowohl als Mesnerhaus als auch als Teil des evang. Gemeindehauses.
  
 
== Schüler ==
 
== Schüler ==
 
* [[Andreas Ehrenfried Forstmeyer]]
 
* [[Andreas Ehrenfried Forstmeyer]]
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Christoph_Sturm Johann Christoph Sturm]
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== Quellen ==
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BEIER, Ulf: Von der Höll- zur Paradeisgasse, Straßen- und Wohnstättennamen in Weißenburg. 2. Auflage, Weißenburg 2000, S. 94 und 104
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KAMMERL, Reiner: Weißenburg i. Bay., 3. Auflage 2003, ISBN 3-7954-1547-0, S. 53
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KIESSLING, Gotthard: Denkmäler in Bayern, Weißenburg i. Bay., München 2001, ISBN 3-87490- 582-9, S. 148
  
 
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[[Kategorie:Gebäude in Weißenburg]]
 
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Version vom 3. Februar 2015, 20:06 Uhr

Gebäude

Die Alte Lateinschule in Weißenburg ist ein stattliches zweigeschossiges Gebäude am Martin-Luther-Platz 9 gegenüber der St.-Andreas-Kirche. Es hat in den 1930er Jahren wieder freigelegtes Fachwerk ab dem 1. Stock und dem zweifach vorkragenden Ostgiebel mit versuchter Wiederherstellung der Renaissancefarbgebung (gelbes Fachwerk mit dunkelroten Schattenfugen). Der historische Eingang ist auf der Nordseite. Dort entdeckt man auch eine deutsche und lateinische Gedenktafel. Im Erdgeschoss befanden sich die zwei Unterrichtsräume, im Obergeschoss die Lehrerwohnung. Zu größeren Veränderungen kam es im Zusammenhang mit dem Neubau des sich anschließenden Gemeindehauses 1988/89. Das Gebäude gehört mit zu den bedeutendsten Fachwerkhäusern Weißenburgs.

Geschichte

Von 1337 gibt es bereits einen Beleg über einen Schulmeister in Weißenburg, der wahrscheinlich an einer vom Rat beaufsichtigten Pfarrschule tätig war, die in der Folgezeit zu einer Lateinschule ausgebaut wurde. Das heutige Gebäude wurde 1580/1581 anstelle der vorher dort befindlichen Katharinenkapelle[1] auf dem aufgelassenen Friedhof erbaut und als Lateinschule genutzt. Diese Schule war 1536 gegründet worden. Den Anstoß dazu mag vielleicht Philipp-Melanchthon gegeben haben, der zweimal in Weißenburg war (1530). Die Lateinschule genoss überregional hohes Ansehen und wurde um 1600 in den Rang eines Lyzeums aufgewertet. Sie wurde auch durch ihren Rektor Magister Johann Alexander Döderlein bekannt, der von 1702 bis 1745 dort tätig war und unter anderem 50 Veröffentlichungen erstellte. Ein bekannter Schüler war Johann Christoph Sturm, der die Schule im 17. Jahrhundert besuchte. Viele Namen von Absolventen sind bekannt, die an den Universitäten in Prag, Heidelberg, Wien usw. studiert haben. 1807 wechselte die Lateinschule in die 1806 erstellte, daneben liegende Neue Lateinschule - allerdings als rangniedrigere Schule - , die heute ein Pfarrerwohnhaus ist. Ab 1806 wurde das Gebäude der Alten Lateinschule für verschiedene Zwecke genutzt, unter anderem bis 1899 sowie von 1908 bis 1925 als Stadtbibliothek, in der ca. 5.000 Bücher untergebracht waren, danach bis heute auch als Mesnerhaus.

1977/78 wurde die Alte Lateinschule restauriert.[2] Sie ist Eigentum der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde und dient heute sowohl als Mesnerhaus als auch als Teil des evang. Gemeindehauses.

Schüler


Quellen

BEIER, Ulf: Von der Höll- zur Paradeisgasse, Straßen- und Wohnstättennamen in Weißenburg. 2. Auflage, Weißenburg 2000, S. 94 und 104

KAMMERL, Reiner: Weißenburg i. Bay., 3. Auflage 2003, ISBN 3-7954-1547-0, S. 53

KIESSLING, Gotthard: Denkmäler in Bayern, Weißenburg i. Bay., München 2001, ISBN 3-87490- 582-9, S. 148

Fußnoten

  1. weissenburg.de, Alte Lateinschule
  2. Weißenburg : gestern und heute, Ute Jäger; Johannes Hahn, Leipzig 2001, ISBN 3-934572-13-8, S. 9